Jun
26
2013

Gewitterfotografie: Blitze fotografieren ganz einfach

Besonders jetzt im Sommer treten sie wieder verstärkt auf: Die Gewitter. Während die einen sich schnell einen trockenen, geschützten Platz suchen um vor den Naturgewalten sicher zu sein, zieht es zahlreiche Fotografen ins Freie, oder wenigstens ans Fensterbrett um das Schauspiel am Himmel mit der Kamera festzuhalten.

Die Vorbereitung

Blitze zu Fotografieren ist jedoch nicht ganz trivial und bedarf einiger Vorbereitung. Da Gewitter die Eigenschaft besitzen sehr schnell aufzutauchen um nach einem kurzen aber heftigen Auftritt eben so schnell wieder zu verschwinden sollte die Ausrüstung schon bereit liegen bevor die ersten Blitze am Firmament zu sehen sind. Gewitter sind auch lokal sehr begrenzt und treten sehr selten flächendeckend auf. Umso wichtiger ist es die Wettervorhersage genau zu beobachten, sollte die Chance auf ein Gewitter in der Nähe bestehen empfiehlt es sich auf ein Regenradar zurückzugreifen um das Gewitter genau zu lokalisieren. Ein solches Regenradar finden Sie online z.B. hier. Es reicht jedoch das Gewitter aus der Ferne abzulichten, das erhöht die Chance auf gelungene Fotos deutlich da aus der Ferne mehr Fläche abgelichtet werden kann.

Blitze bei Gewitter

Blitze bei Gewitter

Der richtige Zeitpunkt

Nächtliche Gewitterfotos wirken deutlich beeindruckender als solche die am Tag entstanden sind. Der Kontrast zwischen dem Blitz und dem dunklen Himmel unterstreicht die besondere Atmosphäre zusätzlich. Ein weiterer Vorteil der nächtlichen Gewitterfotografie besteht darin, dass lediglich eine lange Belichtungszeit an der Kamera eingestellt werden muss um eine gute Chance auf Blitze vor der Kamera zu bekommen. Bei Tageslicht hingegen kann es im schlimmsten Fall passieren dass kein Blitz auf dem Foto zu sehen ist, da das entstandene Licht vollständig vom Hintergrund geschluckt wird. Nachtschwärmer haben also bei der Gewitterfotografie einen deutlichen Vorteil

Ebenfalls wichtig ist es zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Blitze fotografieren bevor der Regen fällt wertet ein Foto deutlich auf und wirk wesentlich imposanter als Blitze die hinter einer Regenwand ihre Kraft entfalten. Auch hier kann sich ein Blick auf das Regenradar hals hilfreich erweisen um zu sehen wohin das Unwetter zieht.

Sicherheit geht vor

Wenn das Gewitter nicht gerade vor dem eigenen Haus nieder geht und man die Fotos aus der trockenen Wohnung schießen kann, ist auch der Standort ein nicht zu unterschätzender Faktor. Besonders bei der Gewitterfotografie gilt wie sonst auch: Sicherheit geht vor! Der Standort sollte vor dem Gewitter selbst, als auch vor dem früher oder später einsetzenden Regen geschützt sein. Ein Foto von einem erhöhten Standpunkt wirkt natürlich sehr beeindruckend, die Gefahr das Mensch und Material dabei zu Schaden kommen sollte jedoch nie unterschätzt werden. Bäume, Holzhütten oder ähnliches bieten keinen ausreichenden Schutz vor einem Gewitter. Besser sind da schon Häuser oder ein Auto das bei einem Gewitter als eine Art Faradayscher Käfig guten Schutz vor Blitzen bietet.

Ausrüstung für die Gewitterfotografie

Wie bereits erwähnt lassen sich (nächtliche) Blitze sehr gut mit einer langen Belichtungszeit fotografieren. Ein Stativ ist also Pflicht. Mit einem Stativ lassen sich auch direkt am Standort die richtigen Einstellungen machen und man muss nur noch warten bis die Blitze vom Himmel kommen. Als Objektiv hat sich bei der Gewitterfotografie ein Weitwinkelobjektiv bewährt. Ein großer Bildausschnitt erhöht die Chance auf möglichst viele Blitze im Bild und ein wenig Landschaft um das Spektakel lässt das ganze noch besser wirken. Des weiteren müssen durch die lange Belichtungszeit nicht alle Blitze auf einmal stattfinden, sondern können auch leicht zeitversetzt vom Himmel zucken.

Wann immer mit einem Stativ fotografiert wird, empfiehlt sich auch der Einsatz eines Fernauslösers um das Foto nicht zu verwackeln. Fernauslöser gibt es als Infrarot- oder als Kabel-Modelle.

Die Einstellungen

Blitz sollte bei der Gewitterfotografie selbstverständlich tabu sein. Auch der Automatikmodus der Kamera bietet in der Regel keine geeigneten Einstellungen für hochwertige Gewitterfotos. Die Einstellungen der Kamera sollten also aus manuell gestellt werden. So können Belichtungszeit und Blende unabhängig voneinander eingestellt werden.

Die Belichtungszeit kann je nach Häufigkeit der Blitze auf einen Wert von 5 bis 30 Sekunden gelegt werden. Doch beachte. Die lange Belichtungszeit schlägt sich auch auf den Akku nieder und saugt diesen sehr schnell aus. Zur Not ein zweites Exemplar einpacken um auf Nummer sicher zu gehen.

Je länger belichtet wird, desto größer sind natürlich die Chancen einen Blitz zu erwischen. Jedoch besteht auch dann die Gefahr das Foto zu stark zu belichten. Hier sollte mit einer geringeren Blendenöffnung (höhere Blendenzahl!) gegengesteuert werden. Mit einem Ausgangswert von f8 in der Blende kann man sich Stück für Stück an die optimalen Einstellungen herantasten. Auch deshalb zahlt es sich aus schon etwas früher am Ort des Geschehens zu sein. Bringen Sie für die Gewitterfotografie also etwas Zeit mit.

Generell ist zu empfehlen bei einer hohen Dichte an Blitzen eher mit einer kürzeren Belichtungszeit zu arbeiten damit das Foto nicht überbelichtet wird. Dies hängt jedoch auch von der Helligkeit der jeweiligen Umgebung ab.

Ein weiterer wichtiger Einstellungsparameter ist der ISO-Wert. Der ISO-Wert definiert die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Ein hoher ISO-Wert sorgt für gut belichtete Bilder auch bei schlechten Lichtverhältnissen, allerdings bringt er auch unschönes Bildrauschen mit sich. Deshalb sollte lieber mit einem geringen ISO-Wert (z.B. 100) gearbeitet und die Belichtung entsprechend angepasst werden.

Viel Spaß beim geblitzt werden.

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1 Comment + Add Comment

  • Danke für die Tipps, ich bin leider jetzt erst auf den Artikel gestoßen und die Gewitter-Saison ist vorerst beendet. Aber ich werde nächstes Jahr mein Glück mal versuchen.

    LG Nina

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